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Geschenkt!

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Geschenkt!Während seiner 10 Tage in den USA bei uns zu Besuch, machte Marco vor allen Dingen eine Erfahrung. Vorm Spielen kann man sich in unserem Haushalt kaum drücken. Und so weiß er, das er der kleinen orangen Schachtel, die ich auf den Tisch lege, kaum entkommen kann. Bei Spielverweigerung würde ich ihm eine Übernachtung in unserem Garten mit Klapperschlangen und Feuerameisen anbieten. Tja, wir sind doch immer um das Wohl unserer Gäste bemüht. Aber geschenkt - und ha, das ist doch das Stichwort. Wir spielen heute zu Dritt zum Ausklang des Abends noch: "Geschenkt! ...ist noch zu teuer!". Marco protestiert halbherzig: "Orange - das passt doch gar nicht zu meinem T-Shirt!". Netter Versuch, aber keine Chance, das wird jetzt gespielt. Als er die Karten und die Chips sieht, atmet er erleichtert auf:" Das sieht ja wenigstens nicht so kompliziert aus!". Recht hat er....

Jens meldet sich freiwillig zwecks Kartenmischens. Ich verteile 11 der Plastikchips an jeden von uns. Jens legt verdeckt 24 der 33 Karten in die Tischmitte. Marco futtert fleissig Tortillachips mit Käsesauce, Guacamole und Salsa.

Jens und ich sind dann fertig mit dieser äußerst komplizierten Spielvorbereitung. Jens beginnt das Spiel. Er deckt die oberste Karte vom verdeckten Stapel auf. Eine Karte mit 5 Punkten. Ich weise Marco darauf hin, das alle Punkte Minuspunkte sind, wir möglichst wenige davon zum Spielende besitzen wollen, und das die Werte der Karten 3 bis 35 betragen. Jens entschliesst sich, die Karte zu nehmen. Er legt sie vor sich ab und hat so seine ersten 5 Minuspunkte. Damit hat er seinen Spielzug beendet und kann sich wieder den Tortillachips zuwenden, die er und Marco um die Wette futtern. Ich bin dran, decke eine Karte auf, es ist die 6. Zunächst beschwere ich mich mal über die Mischkünste von Jens. Dann überlege ich, ob ich die Karte selber nehme oder nicht. Würde ich sie nicht wollen, müsste ich einen Chip in die Mitte legen. Dann müsste Marco sie nehmen oder ebenfalls einen Chip in die Mitte legen. Und so weiter. 6 Punkte sind nicht viel, ich lege die Karte daher vor mir ab.

Marco ist dran und hat Probleme sich von der Chipsschüssel zu Geschenkt!trennen. Dann deckt er die 34 auf. Das ist natürlich sehr hoch. Marco möchte die Karte nicht nehmen und legt einen Chip in die Mitte. Jens möchte die Karte auch nicht und legt ebenfalls einen Chip in die Mitte. Ich ziehe mit. So geht das einige Runden, bis Jens schließlich die Karte nimmt, als 14 Chips darauf liegen. Die Chips zählen je einen Pluspunkt.  Er muss die nächste Karte umdrehen. Die 33, also wirklich Jens, ganz toll gemischt, merke ich an.

Jens könnte die Karte nehmen, ohne das sie ihm weitere Minuspunkte bringen würde. Sie würde sogar seine Auslage um einen Minuspunkt reduzieren. Wie das? Nun, er besitzt bereits die 34 und wenn mehrere Karten in der Auslage in einer Reihenfolge vorhanden sind, zählt nur die kleinste Zahl. Also wären bei 33, 34 nur 33 Minuspunkte vorhanden, die zählen. Seine 5, die ja noch vor ihm liegt, zählt aber immer noch 5 Punkte dazu.

Jens kennt das Spiel und tut uns natürlich nicht den Gefallen, die Karte einfach so zu nehmen. er legt einen Chip in die Mitte. Er wartet bis 14 Chips auf der Karte liegen und nimmt sie erst dann. Marco und ich haben nun jeder nur noch einen Chip. Jens deckt die nächste Karte auf - eine 17. Die will er nicht und legt einen Chip darauf. Ich kann es mir nicht leisten zu passen und nehme die Karte und den Chip. Dann decke ich die 24 auf. Nee, die ist mir zu hoch und falls ich sie doch nehmen muss, möchte ich doch wenigstens ein paar Chips. Ich lege einen Chip drauf. Marco und Jens ebenso. Ich gehe mit. Marco hat keine Chips mehr. Er legt einen Tortillachip in die Mitte, aber wir erkennen diese Fälschung und lassen das nicht durchgehen. Seufzend nimmt er die Karte.

9 Karten spielen nicht mit. Dies birgt natürlich ein Risiko. Habe ich beispielsweise die 17 und die 19 , kann es sein, das ich die 18 nicht bekomme. Zum einen, weil ein Mitspieler sie nimmt. Vielleicht ist sie aber gar nicht im Spiel. Und dann zählen am Ende beide. 17 + 19 , rechne, rechne, mmmmh 36 Punkte. Das tut natürlich verdammt weh.

Das Spiel ist ziemlich kurz, Jens gewinnt, Marco hat noch irgendwie den 2. Platz erreicht. Ich fordere Revanche und bekomme sie auch. Geschenkt! ist eigentlich nur ein kleines Spiel, so zum Abschluß des Abends. Man kann aber daran hängen bleiben. Komm, noch eine Partie...

Geschenkt!Einfache Regeln, die schnell erklärt sind und praktisches Spielmaterial machen Geschenkt! aus. Es gefällt mir in allen Besetzungen gut, wir haben es auch schon zu Zweit gespielt. Obwohl es dafür ja nicht vorgesehen ist. Und es ist auch wirklich besser ab 3 Spielern! 47 Partien in allen Besetzungen habe ich gespielt. Wir haben es auch gerne in unserem mexikanischen Lieblingsrestaurant gespielt. Dort sind die Wartezeiten auf das Essen teilweise so lang, das man anfängt über den Nährwertgehalt der Plastiktischdecke nachzudenken. Und da lenken eine oder auch 5 Partien Geschenkt! hervorragend von der Versuchung ab, am Nachbartisch zu probieren. Geschenkt! kann man sich ohne Bedenken schenken lassen. Oder aber auch selber als preisgünstiges Mitbringsel verschenken. Es lohnt sich!

Wertung: 8 von 10

Geschenkt! ...ist noch zu teuer, Thorsten Gimmler, Amigo, 3 - 5 Spieler

 
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