Der Garten meiner Mutter ist etwas ganz Besonderes. Keine mit der Nagelschere geschnittenen Rasenkanten. Keine Gartenzwerge mit Bewegungsmelder und keine leicht abwaschbaren Plastikblumentöpfe. Dieser Garten ist ein kleines Paradies. Ein verwunschener Garten. Dicht bewachsen, mit mehreren Gartenteichen, versteckten Sitzecken und Fröschen. Mit viel Arbeit und noch mehr Liebe angelegt. Es ist Sommer, meine Mutter und ich sitzen draussen und verbringen einen ruhigen Nachmittag. Und wie meine Mutter es schon befürchtet hatte, kommt von mir die Frage: "Würdest Du ein Spiel mit mir spielen?". Und bevor ich noch 12 mal nerve, willigt sie ein.
Ich bin natürlich präpariert und habe mit viel Überlegung ein Spiel ausgewählt, das auch die Interessen meiner Mutter abdeckt. Ich habe Flowerpower aus der Kosmos 2er Reihe mitgebracht, da sind viele Blumen drin. Wir sollen Beete anlegen, das könnte meiner Mutter doch gefallen. Dazu kurze Regeln, was soll da schon schiefgehen?
Ich breite den Spielplan auf dem Gartentisch aus. Der Plan ist in
3 Zonen aufgeteilt. Jeder Spieler hat eine Zone in der nur er Blumen pflanzen darf. In der Dritten Zone dürfen beide Spieler pflanzen. Meine Mutter zieht also ein dominoartiges Plättchen aus dem mitgelieferten Stoffbeutel. Dieses zeigt 2 Blumen. Meistens 2 verschiedene, es gibt aber von jeder Sorte Blumen auch ein Doppelplättchen. Meine Mutter legt das Plättchen mit einer Aster und einem Storchschnabel auf ein beliebiges Feld Ihres Beetes. Das war es schon, ich bin dran. Ich lege meinen Mohn und meine Kornblume auf ein beliebiges Feld meines Beetes. Sieht doch ganz nett aus.
Meine Mutter zieht ein Plättchen, das eine Aster und eine Nelke zeigt. Nelken mag meine Mutter nicht, aber da muss sie jetzt durch. Sie kann dieses Plättchen wiederum auf ein freies Feld Ihres Beetes oder des mittleren Feldes legen. Es muss nicht an ein bereits vorhandenes Plättchen angelegt werden. Sie entscheidet sich dafür, das Plättchen an ihr bereits gelegtes Plättchen anzulegen. Dies macht Sinn, da sie ja schon eine Aster liegen hat. Je grösser ein zusammenhängendes Beet mit Blumen einer Sorte zu Spielende ist, desto mehr Punkte erhält der Spieler hierfür.
Ich ziehe ein Plättchen mit einer Rose und einer Fantasieblume und denke mir - ein bisschen Ärgern gleich zu Beginn der Partie kann doch nicht schaden. Ich drehe das Plättchen um und lege es vor die Astern meiner Mutter, so das dieses Beet nicht mehr übermässig grösser werden kann. Dies kann jeder Spieler 3 mal pro Spiel tun. Wildkraut nennt die Spielregel das.
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und die Katze liegt träge auf einem Stuhl neben uns. Das Spiel geht weiter. ...
Sobald ein Spieler ein Plättchen nicht mehr regelkonform legen
kann, geht das Spiel dem Ende entgegen. Der andere Spieler darf noch alleine weiterspielen, bis auch er nicht mehr legen kann.
Nun die Abrechnung. Blume für Blume wird für jeden Spieler die Punkteanzahl gezählt. Je grösser ein Beet, desto mehr Punkte.
So ist hier zum Beispiel das Beet mit den 4 Rosen 1 Punkt wert. Die Kornblumen zählen gar keine Punkte, da es für Beete, die weniger als 3 Blumen umfassen keine Punkte gibt. Für die Storchschnäbel, die in diesem Beispiel 7 Blumen umfassen, gibt es schon 2 Punkte. Für Beete mit 10 und mehr Blumen gibt es 4 Punkte.
Wertung: 5 von 10
Flowerpower, Kosmos, A.Fassauer/P.Haluska, 2 Spieler
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