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El Paso

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(11 - user rating)

El PasoStaub bedeckt unsere Cowboystiefel auf dem Weg zum Saloon. Die Schlößer am Tresor der Bank quietschen vor ängstlicher Erwartung. Wir sind wieder da. Den Colt in der Hand galoppieren wir an riesigen Saguarokakteen vorbei in die Stadt El Paso ein. HALT! STOP! Saguarokakteen? Mist, wir müssen dringend unser Pferd in die Werkstatt bringen. Das Navi spinnt! Saguarokakteen kommen doch in Arizona vor! El Paso liegt aber in Texas! Nein, 5 Tage umsonst geritten, umdrehen!...

 

 

 


San Diego
Irgendetwas stimmt hier nicht. San Diego. In ArizonaUnser Navi sagt ganz eindeutig San Diego. Aber auch hier das gleiche Bild mit den gleichen Kakteen. Diese Kakteen sind mit ihren bis zu 15 Metern und 8 Tonnen beeindruckend, nur irgendwie fehl am Platz. San Diego, das heisst Strand, Palmen und Meer, aber nichts, es sieht überall gleich aus. Sand, Wüste, Kakteen. In 7 Städten waren wir, wollten plündern und waren falsch. Bis es uns auffiel. Wir waren richtig, nur der Grafiker lag falsch. Das Spiel El Paso sieht klasse aus, wirklich die richtige Atmosphäre zum Bank ausrauben und Pferde stehlen, aber irgendwie stimmt das nicht. Ich war da. Ich bin extra hingefolgen und habe das vor Ort und Stelle recherchiert. Liebe Schüler: Dieses Spiel ist nicht als Lernhilfe für den Erdkundeunterricht geeignet.

El Paso Wie gut das wir das gemerkt haben. Sonst wären wir bis in alle Ewigkeiten dem Sonnenuntergang entgegen geritten, ohne jemals anzukommen. Aber nun wissen wir Bescheid. Auf nach Deadwood. Und diesmal gibt es keine Gnade. Wir lassen uns nicht mehr von irgendeinem Grafiker optisch täuschen. Jetzt wird geplündert.

In Deadwood warten eine Bank, ein Saloon, eine Goldmine, ein Pferdestall und ein Hotel darauf, von uns geplündert zu werden. Wobei wir im Hotel letztes Mal eh schon die Kugelschreiber und die Handtücher mitgenommen haben. Deadwood bereitet sich vor. 20 Beuteplättchen werden aus einem Sack gezogen und auf die entsprechenden Gebäude der Stadt verteilt. Werden Plättchen gezogen deren passenden Gebäude es in dieser Stadt nicht gibt, kommen sie ersatzlos zurück in den Sack. Weniger Beute ist nun zu machen. Zunächst werden die Beuteplättchen sowieso erstmal nach Gebäudeart und dann noch nach Wert sortiert. Den Pferden wird langweilig. Dem als Mexikaner mit Sombrero verkleideten Studenten, den wir für 2 Pesos die Stunde als Hilfe für dieses Spiel angestellt haben, fällt beim sortieren ein Plättchenstapel um. Wir werden nervös und ungeduldig, die Hände an den Colts.

Aber endlich, alles ist vorbereitet, wir zücken die Colts zum El Pasoplündern. Diese liegen dem Spiel nicht bei, daher müssen wir uns mit Spielkarten als Munition begnügen. Wir suchen uns eine Karte aus und legen diese verdeckt vor uns ab. Dann wird gleichzeitig umgedreht. Nun ist alles klar. Nicht nur ich, sondern auch Jens will den Saloon plündern. Die anderen beiden Mitspieler gehen auf die Bank bzw. die Goldmine los. Ich würfel. 2 Sheriffsterne. Da ist Ärger im Verzug. Sobald alle 5 Würfel den Sheriffstern zeigen sind wir geliefert. Dann steigen wir auf die Pferde und verlieren auf der Flucht alle Beuteplättchen. Mist.

Ruhig Brauner. Noch ist es noch nicht soweit. Unsere Mitspieler nehmen sich das oberste (billigste) Plättchen von der Bank bzw. der Goldmine. Es wird ruhig. Jens und ich starren uns an.  Schweißperlen laufen uns über die Gesichter. Eine Fliege kackt. Der Saloon. Den wollen wir beide plündern. Geht klar, dürfen wir sogar. Jens hat die höhere Saloonkarte und muss daher zuerst das (billigere) Beuteplättchen nehmen. Wäre der Saloon jetzt leer, würde ich leer ausgehen. Es liegt aber noch was,sogar was Besseres, ätsch.

El PasoDiese Runde war für uns alle erfolgreich. Jetzt heisst es: aufhören oder weitermachen?  Der erste der aufhört darf nur ein Beuteplättchen mit in die nächste Stadt nehmen. Den Rest muss er zu einem meist miesen Kurs in Nuggets umtauschen. Warum also aufhören? Wie gesagt, der Sheriff. Bei 5 Sheriffwürfeln verlieren wir all unsere Beuteplättchen ersatzlos! Außer die Nuggets. Die sind uns sicher.

Mittlerweile sind wir in San Diego angekommen. Jens sagt: "San Diego- ich liebe diese Stadt'". In San Diego kann man alle Hotel- und alle Kuhplättchen 1:1 tauschen. Was für ein Kurs. Der Haken: Kuh und Hotel können wir uns hier nicht erwürfeln. Es gibt sie nicht. In jeder Stadt gibt es für das, was es dort nicht gibt, einen guten Kurs. Daher möchte man gerne viele dieser Beuteplättchen in die nächste Stadt mitnehmen und dann tauschen. Aber wir wissen ja. Wer zuerst aussteigt darf nur ein Plättchen mitnehmen. San Diego ist mittlerweile schon ganz gut abgeräumt. 2 von 4 Spielern sind rausgegangen. Nun steige auch ich aus. Ich darf nun 3 Plättchen mit rübernehmen. Das mache ich, obwohl erst 3 Sheriffs da sind. Jens macht weiter. Es geht tatsächlich gut. Jens würfelt weiter. 4 Sheriffs. Jens macht weiter und - die Spannung steigt ins Unermessliche- und - und -, Sheriff! Er verliert alles. Jens:" Ich hasse diese Stadt".

Erschöpft kommen wir in El Paso an. Zum siebten mal 20 Plättchen El Pasoziehen, sortieren, stapeln. Wie gut das wir unseren Studenten haben. In El Paso kommt es nun zum Finale. Konnten in Deadwood Beuteplättchen zum Kurs von 4:1 in Nuggets getauscht werden, ist der Kurs in El Paso 1:1. Und jetzt wird es unschön. Hier kann soviel Beute gemacht werden, das der Verlierer nim Extremfall noch gewinnen kann. Klar El Paso ist ein Zockerspiel, aber dann könnten wir doch die 6 Städte vorher weglassen. Ist eh ein bißchen viel, 7 Städte, weil sich der Ablauf ja immer wiederholt. Ich liebe das Thema und die Aufmachung von El Paso. Auch wenn es hier was zu meckern gibt. Das die Grafik nicht der Realität entspricht, stört nicht wirklich. Was stört ist, das ich jedesmal eine Lupe rausholen muss, um die winzig gedruckten Wechselkurse in der Stadt lesen zu können. Ansonsten, mag ich El Paso von der Idee und dem Thema. Und dann sowas in der letzten Stadt. Nee. Aber zum Glück gibt es Abhilfe. Stefan Dorra rät, das Spiel mit verdeckten Nuggets zu spielen. So wird es in El Paso, also am Ende des Spiels, nicht ausrechenbar. (Quelle : das-spielen.de ). Nur liegen dem Spiel leider keine Sichtschirme bei. Und in den Händen halten wir schon die Karten. Außerdem habe ich diese Regel in der Spielregel nicht finden können. Schade.

El Paso ist leider, leider für mich nur ein mittelmässiges Spiel. Zu fummelig ist das Plättchengeziehe und -sortiere, zu zeitaufwendig. Der Spielablauf bleibt von Stadt zu Stadt gleich und ich finde 4 oder 5 Städte hätten auch gereicht. Dazu dann die etwas kleingeratenen Wechselkurse und das unglückliche Ende in der letzten Stadt. Hmmm.

Ich werde es trotzdem wieder spielen. Allerdings nur mindestens zu Viert. Da kommt man sich schön in die Quere beim plündern. Wer will wohl was? Welche Karte spiele ich dann? Um eine Kuhweide zu plündern muss mindestens ein Brandzeichen gewürfelt werden. Wie wahrscheinlich ist das bei gerade mal noch 2 Würfeln? Dann doch lieber auf das kleinere Plättchen in der Bank spekulieren? Das ist immerhin einfacher zu bekommen, da hier kein spezielles Symbol gewürfelt werden muss. El Paso ist mir also zwar durchaus sympatisch, wegen der Optik, des Zockens, der Schadenfreude, hat aber Schwächen.

Wertung Sarah: zu Zweit: 5 von 10, zu Viert : 6 von 10
Wertung Jens  : 6 von 10

El Paso, Stefan Dorra, Zoch , 2 bis 5 Spieler, 2009
 
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