Irgendwie geht es um Biber und um Ratten und darum das sie sich nicht leiden können. Die Spielgeschichte gibt also nicht viel her. Auch egal. Es könnte auch um Haartrockner und Nacktschnecken gehen. Oder um Biber und Katzen wie das in der U.S. Ausgabe der Fall ist.
Der Unterschied zwischen den Ausgaben besteht in der Qualität der Karten, der Anzahl der Sonderkarten und wie gesagt - einmal Katzen, ein anderes Mal Biber. Ich mag Katzen lieber, dafür hat die Amigoausgabe bessere Karten. (Hi, hi das ist ja jetzt ein Wortspiel). Die U.S. Ausgabe heisst übrigens Rat -A -Ta-Cat.
Die Spielregel ist bebildert und gut verständlich geschrieben,
aber soviel muss man auch nicht verstehen. Das Spiel ist sehr einfach. Der Spieler mit den wenigsten Punkten gewinnt. Abhängig von der Spieleranzahl, geht das Spiel über einige Runden.
Nun aber los.....
Jeder der 2 bis 6 Mitspieler erhält 4 Karten, die er verdeckt nebeneinander vor sich auf den Tisch legt. Nur die beiden äußeren Karten darf er sich ansehen.
Gute Karten sind die niedrigen Karten mit den Bibern, die wollen alle haben. Schlechte Karten sind die hohen Karten mit den Ratten. Wer am Zug ist, versucht seine Auslage zu verbessern. Das ist gar nicht so einfach, da diese verdeckt ist. Zusätzlich kennen wir am Anfang nur die Werte der beiden äußeren Karten.
In jedem Zug kann sich ein Spieler zwischen 2 Aktionen entscheiden. Er nimmt eine Karte vom offenen Ablagestapel und muss diese gegen eine seiner verdeckten Karten austauschen. Oder er nimmt eine Karte vom verdecktem Zugstapel und hat dann 3 Möglichkeiten. Er wirft sie sofort wieder ab. Er tauscht sie gegen eine seiner verdeckten Karten aus. Oder er führt die Sonderaktion aus, falls er eine Sonderkarte erwischt hat.
Durch die Sonderkarten wandern Karten auch mal von einem Spieler zum anderen. (Ja, hier ist sie - die vielbesungene Interaktion!). Oft hat man allerdings schon vergessen, wo nun welche Karte liegt. Nachsehen, was für Karten man hat, darf man nur unter zur Hilfenahme einer Sonderkarte. Und man kann verdammt daneben liegen. Ja, es ist ein Spiel mit einem Anteil Memory. Aber auch Glück und Bluff gehören dazu.
Ziehe ich eine 9 - die höchste und damit schlechteste Karte - und lege sie freudestrahlend vor mich ab, versuchen meine Mitspieler hoffentlich mir diese vermeintlich gute Karte wieder abzunehmen. Gut, spätestens nach dem 2. Mal glaubt mir dann zwar keiner mehr mein freudestrahlendes Gesicht, aber man kann es ja mal versuchen...
Nachdem wir dann alle wahnsinnig doll gelacht haben, geht die Runde ihrem Ende zu. Nun heisst es: Abrechnung! Die Karten werden umgedreht und alle Zahlen zählen in Höhe ihrer Wert als Minuspunkte. Manchmal ist die Überraschung gerade bei einem Selber gross und Schadenfreude macht sich auf den Gesichtern breit. Aber darin liegt der Spaß des Spiels.
Ein paar Durchgänge und das war es auch schon wieder. Da bleibt Zeit für eine zweite Partie. Und dazu wird es in aller Regel kommen. Für mich ein wirklich tolles Zwischendurchspiel. Nach einem langen Tag, wenn Caylus doch zu anstrengend ist, wenn die Verwandschaft vorbei kommt und einfach kein Squad Leader spielen möchte.
Das Spiel macht mir auch noch nach 42 Partien Spaß und hat nichts von seinem Reiz verloren. Zu Fünft und zu Sechst habe ich es nie gespielt. In allen anderen Besetzungen funktioniert es hervorragend. Auch zu Zweit macht es viel Spaß.
Strategen, die die Nase rümpfen, weil das Spiel keine 23 - seitige Regel hat und nicht planbar ist, sollten die Finger von Biberbande lassen. Spielern, die nichts gegen leichte Kost einzuwenden haben, kann ich Biberbande bedenkenlos empfehlen!
Wertung: 9 von 10 Punkten
Biberbande, Ann & Monty Stambler, Amigo, 2-6 Spieler, ab 6 Jahren
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