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Chocolatl

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ChocolatlIch will keine Schokolade, ich will lieber ein Spiel!* Schokolade und Spiele, das geht normalerweise ja gar nicht. Voll Horror denke ich an Schokoladenflecken auf dem Spielplan - ist das da jetzt auch ein Dorf?- und an verklebte Spielkarten. Da weint das Spielerherz. Aber wenn einem nun mal nach Schokolade UND Spiel ist? Günter Burkhardt denkt mit und schafft Abhilfe. Chocolatl ist ein Schokospiel. Wir wollen die Gunst QUETZALCOATLs erringen. Das ist der Atzekengott des Kakaos und keine klemmende PC-Tastatur.

Dem Spiel liegt keine Schokolade bei, es soll uns

nur Chocolatl - Die Erntehungrig machen. Die Aromadiät sozusagen. Thematisch ernten wir Kakaobohnen und stellen den Trank der Götter, den Kakaotrunk her.

Das war es aber schon mit Kakao. Das Thema könnte man jetzt sozusagen gnadenlos durch selbigen ziehen. Chocolatl ist ein Versteigerungsspiel. Aber auch das stimmt nicht so ganz. Man könnte auch sagen Chocolatl ist 6 Versteigerungsspiele. Diese 6 Miniversteigerungsspiele werden jede Runde abgehandelt, bis einer 40 Punkte erreicht, alle Spielsteine verbaut hat oder 7 Runden vorbei sind oder ein Spieler dringend zur Tanke gehen will,  um Schoki zu kaufen.

ChocolatlWir Spieler haben einen Satz Karten mit Zahlen zum Bieten auf der Hand. Zu Beginn jeder Runde überlegen wir uns, wie wir diese einzusetzen gedenken. Dabei kommt sozusagen Minispiel Nummer 7 zum Einsatz. Denn wie jetzt das Bieten für die 6 Stationen auf dem Spielplan abläuft, das bestimmt das Feld auf dem der führende Spieler steht. Mal werden alle Karten auf einmal verdeckt gelegt, mal von Station zu Station, mal bekommen wir im Vorraus schon eine Kleinigkeit an Informationen über unsere Mitspieler, da eine Karte offen gespielt werden muss.

Nun gehen die 6 Minispiele los. Es wird gesteigert. An jeder Station gibt es etwas anderes zu gewinnen. Mal für 3 Spieler, im Extremfall aber auch nur für einen Spieler, den Höchstbieter, der Rest geht leer aus. Da gibt es Sofortsiegpunkte, verbesserte Karten zum Bieten oder auch Würfel und Plättchen zur Erhöhung des Gebotes. Sind alle 6 Stationen abgehandelt, geht der Spaß von vorne los.

Nach der Regellektüre habe ich mir gedacht: da werde ich meine Chocolatl - Der GottMitspieler wohl mit edlen Pralinen bestechen müssen, um genügend Testpartien zusammen zubekommen. Prall hört sich das nicht an. Aber das täuscht. Durch die vielen kleinen Details  wird Chocolatl erstmal spannend. So will keiner den Alten Mann an Station 1, denn der bringt einen Minuspunkt beim bieten, während Chocolatl Gleichstände für sich entscheidet. Am Anfang einer Runde plant man, überlegt man, was einem wichtig ist. Was will ich haben, wo also biete ich sehr viel. Überall geht das nicht. Was wollen wohl die anderen?

ChocolatlChocolatl ist sicherlich kein Strategiespiel höchster Güte. Chocolatl ist angenehme Kost für Zwischendurch. Wer Chocolatl nicht in seiner Spielesammlung hat, ist trotzdem noch ein toller Hecht im Spieleteich. Wer es hat, der holt es aber ab und an gerne raus. Ja genau, was ich versuche zu sagen, ist das Chocolatl wieder mal eines von diesen netten Spielen ist. Es ist unterhaltsam und macht Spaß, aber kein Muss.

Steht man dem Spiel am Anfang sehr skeptisch gegenüber, erwischt man sich im weiteren Spielverlauf doch dabei ganz schön mitzufiebern und sich sehr zu ärgern, wenn das Gebot dann doch nicht reicht. Jeder Spieler entwickelt Vorlieben für die eine oder andere Station, das ist dann interessant wenn man seine Mitspieler richtig eingeschätzt hat. Ha - wusste ich es doch!  Leider trägt dieser Spielspaß aber nur so 3 bis 4 Partien. Dann ist die Luft merklich raus. Die Partien verlaufen doch sehr gleichförmig. Viel zu entdecken gibt es nicht, man spielt sich ein. Ist der Glanz des Neuen erstmal weg, stellt sich Monotonie ein.

Zu Meckern gibt es außerdem etwas am Spielmaterial. Die Leiste zum Planen den Gebote der Runde ist zu schmal, das führt ab und an zu Verwirrungen und hätte vermieden werden können. Nicht schön, aber auch kein echtes Hindernis.

Also durchaus Chocolatl mal mitspielen, statt Schokolade futtern. Macht nicht satt, aber auch nicht dick, unterhalten werden wir alle mal.

Wertung:6 von 10

Chocolatl, Günter Burkhardt, 3 bis 5 Spieler, Quined Games/Huch & Freinds, 2010

*  Frei nach Trude Herr


 
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