Was tun wenn man die Schweinegrippe hat? Wahrscheinlich Bärbel Schäfer gucken, Kreuzworträtsel machen und Kamillentee trinken. Langweilig. Warum also nicht lieber ein thematisch passendes Spiel spielen und dazu ein Schweinekotlett essen?
Da gibt es doch Schweine Bammel, das passt doch thematisch
wie die Faust aufs Auge. Sehr praktisch für unseren angeschlagenen Gesundheitszustand sind dann die Spielregeln. Und der Wiedererkennungswert. Das ist ja Mau Mau. Genau. Aber mit Schweinen und die machen Grunz statt Mau. Kam in meinen Spielerunden übrigens unheimlich gut an, das der Spieler, der nur noch ein oder zwei Karten hat, grunzen muss. Das sorgt für Atmosphäre im Spiel, besonders wenn Schnupfen im Spiel ist.
Mau Mau kennt jeder. Behaupte ich mal. Also hier nur die Unterschiede. Karten werden auf Karten mit gleichen Wert gelegt ODER aber man kann 2 Karten durch rechnen ablegen. Dazu subtrahiert oder addiert man mit der bereits liegenden Karte rum und fertig. Sehr einfach. Spielziel ist es Punkte zu machen. Minuspunkte bringen restliche Handkarten bei Rundenende, besonders ein Misthaufen haut dabei mit 15 Minuspunkten gut rein. Hat man aber 3 Misthaufen, zählen diese 30 Pluspunkte. Dazu gibt es noch weitere Sonderkarten die dazu führen das man Karten nimmt, oder Karten loswird. Hmmmm. Kennen wir doch irgendwie schon. Mau Mau halt.
Gut, man könnte einwenden Dog ist Mensch ärgere Dich nicht und
es ist trotzdem gut. Ja, aber da sorgen die Regeländerungen für gesteigerten Spielspaß. Hier sorgt höchstens das liebliche Grunzen der Mitspieler für einen spielerischen Mehrwert. Und die Kartengestaltung. Obwohl das Rückseitenschwein voll fies guckt, erinnert mich an Die Farm der Tiere. Vielleicht ist es auch nur sauer, weil es nicht auf der Vorderseite ist.
Mau Mau macht mir ohne Schweine mehr Spaß. Was aber nicht an den Schweinen liegt. Schweine Bammel brauche ich also jedenfalls wirklich nicht. Weniger Spielspaß bei mehr Regelaufwand, das ist keine gute Kombination, besonders wenn bei einem solch einfachen Spiel die Funktionen der Sonderkarten dann auch noch unklar erklärt werden.
Schweine Bammel kann ich mir nur für 2 Zielgruppen vorstellen:
1. stark Alkoholisierte, die dann sowieso alles lustig finden
2. als Lernspiel für Kinder
1. +2. brauche ich nicht. Ich will richtige Spiele. Mit Spaß und Unterhaltung. Geistreich braucht diese nicht mal sein, siehe beispielsweise Pingu-Party, aber mehr Spaß als Mau Mau sollten sie schon machen. Daher gehört Schweinebammel für mich, als Erwachsenenspiel, auf den Misthaufen.
Wertung: 4 von 10
Schweine Bammel, Inon Kohn, Drei Magier Spiele, 2 - 6 Spieler, ab 6 Jahre, 2009
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