Toledo ist ein Männerspiel. Ganz klar. Wir legen keine Gärten an und züchten auch keine Schafe. Nein, in Toledo geht es um das Männliche an sich. Das Urmännliche sozusagen. Nämlich um Messer.
Wir Frauen haben auch Messer. In der Küche. Wir schälen Kartoffeln,
schneiden Zwiebeln oder auch mal in die eigenen Finger. Frauen benutzen zwar Messer, entwickeln aber keine tiefen Gefühle für eben diese. Ist ja auch verständlich, Kartoffelschälen ist ja nun auch nicht so aufregend. Bei Männern ist das anders. Messer sind einfach fazinierend. McGyver hat auch eins.
schneiden Zwiebeln oder auch mal in die eigenen Finger. Frauen benutzen zwar Messer, entwickeln aber keine tiefen Gefühle für eben diese. Ist ja auch verständlich, Kartoffelschälen ist ja nun auch nicht so aufregend. Bei Männern ist das anders. Messer sind einfach fazinierend. McGyver hat auch eins. Mit diesem Messer repariert er atomare Störfälle, rettet die Welt vor Killerameisen oder stiftet den Weltfrieden. Und sowas ist männlich. Deshalb braucht jeder Mann ein Messer. Oder auch mehrere. Egal wie alt, ich habe es beobachtet, Messer haben einen unglaublichen Reiz auf Männer. Also liebe Frauen, keine Krawatten schenken, strahlende Augen gibt es bei Messern. Und wenn unsere lieben Männer vielleicht auch kein ionengetriebenes Boot damit schnitzen, vielleicht wird es ja was mit dem Kartoffel schälen.
Mit Toledo gibt es jetzt endlich ein Messerspiel. Nix mit Kartoffel schälen. Echt für Männer. Die Messer, um die es bei Toledo geht, sind schon etwas größer. Man nennt sie auch Schwerter. Und die sind so groß, das sie zum Nutellabrote schmieren unhandlich sind. Aber männlich. Männer vergleichen, messen ja alles so gerne untereinander. So auch bei den Messern, äh, Schwertern. Bei Toledo, was übrigens irgendwie ne Stadt in Spanien ist, kommt es darauf an, die wertvollsten Schwerter zu schmieden.Ein Team (sehr unmännlich) von 5 Leuten steht uns zur Verfügung. Mit diesen machen wir uns auf die Socken. Diese gehen dann shoppen (sehr weiblich). Aber keine Angst, Toledo bleibt trotzdem ein Männerspiel. Die Läden sind nämlich nicht gerade Schuhgeschäfte. Nein, es gibt Metallhändler, Fechtmeister, Tavernen und Schwertschmieden. Und etwas halbschwul noch Edelsteinhändler und Künstler. Der Künstler bringt etwas thematische Nähe in das Spiel, da es sich um El Greco handelt, den es wirklich in Toledo gab. Wer bei El Greco reinschaut, bekommt ein Bild. Okay, die mögen nicht jedermanns Geschmack sein, bringen aber Siegpunkte. Und wer das Genie des Künstlers zuerst erahnt, also zuerst ein Bild erwirbt, bekommt dann auch das wertvollste.
Zu Beginn des Spiels ist Toledo aber noch gähnend leer. Nix mit
shopping. Die Geschäfte liegen als Plättchen vor den Spielern, die 5 Mannen hocken brav beim Gebet in der Kathedrale. Wie geht es also los? Wer dran ist, hat verschiedene Möglichkeiten. Wäre ja sonst auch langweilig. Die einfachste Möglichkeit ist es, erstmal Karten nachzuziehen. In Toledo sind Karten der Treibstoff. Ein paar Karten haben wir zu Spielbeginn auf der Hand, diese werden aber wie so üblich nicht wirklich reichen. Also 2 Karten nachziehen, Spielzug beendet. Ebenfalls sehr einfach: ein Geschäft legen. Man nehme ein Geschäft aus seinem persönlichem Vorrat und lege es auf einen freien Platz in den Strassen von Toledo. Fertig. Auch sehr einfach: ein eigenes Teammitglied von irgendwo wieder auf die Kathedrale, also auf den Start stellen. Das passiert dann, wenn wir alle unsere Leute schon kurz vorm Ziel, dem Alkaseltzer oder Alcazar oder so stehen haben und nicht mehr an benötigtes Material kommt. Passiert aber nur selten.
shopping. Die Geschäfte liegen als Plättchen vor den Spielern, die 5 Mannen hocken brav beim Gebet in der Kathedrale. Wie geht es also los? Wer dran ist, hat verschiedene Möglichkeiten. Wäre ja sonst auch langweilig. Die einfachste Möglichkeit ist es, erstmal Karten nachzuziehen. In Toledo sind Karten der Treibstoff. Ein paar Karten haben wir zu Spielbeginn auf der Hand, diese werden aber wie so üblich nicht wirklich reichen. Also 2 Karten nachziehen, Spielzug beendet. Ebenfalls sehr einfach: ein Geschäft legen. Man nehme ein Geschäft aus seinem persönlichem Vorrat und lege es auf einen freien Platz in den Strassen von Toledo. Fertig. Auch sehr einfach: ein eigenes Teammitglied von irgendwo wieder auf die Kathedrale, also auf den Start stellen. Das passiert dann, wenn wir alle unsere Leute schon kurz vorm Ziel, dem Alkaseltzer oder Alcazar oder so stehen haben und nicht mehr an benötigtes Material kommt. Passiert aber nur selten.
Einen haben wir noch. Jetzt kommen wir zum Kern des Spiels. Spannung, Trommelwirbel. Wir spielen Karten. Und bewegen uns. Wir bewegen Teammitglieder in Höhe der angegebenen Zahl. Dann dürfen wir uns wieder bewegen, falls wir nochmal die gleiche Zahl spielen können. Und noch mal und wieder, solange wir passende Karten auf der Hand haben. Und wenn wir uns bewegen, müssen wir in Geschäften landen, leere Straße darf nicht betreten werden. Ist ja auch zu gefährlich, so wie die hier fahren! Also wir sind in einem Geschäft. Und was machen wir da? Na klar! Shopping. Sind wir selber Inhaber des Geschäfts, kaufen wir umsonst ein. Nehmen uns also einfach ein Metall oder einen Edelstein oder auch ein Fechtausbildungszertifikat. Aber wir werden es kaum schaffen, nur eigene Geschäfte zu betreten. Gehen wir fremdshoppen, müssen wir bezahlen. Eine Karte mit vorgegebenen Wert an den Besitzer abgeben und auch hier bekommen wir dann Metall und so.Das ist ja ganz nett, aber Schwerter haben wir noch immer nicht. Also den ganzen gekauften Kram unter den Arm geklemmt und zum Schwertschmied. Kram dort abgeben, klung, klung, klung, Schwert ist fertig. Ganz einfach. Und je nachdem wie gut das abgegebene Material ist, erhalten wir dann auch ein Karnevalsplastikschwert mit 2 Siegpunkten oder eben Excalibur, das dann 15 Siegpunkte wert ist. Excalibur ist natürlich einmalig. Da heisst es schneller sein, als die Mitstreiter. Da wird dann gedrängelt und geschubst wie wenn es beim Aldi am Donnerstag ein 15-teiliges Messerset für 3,99€ gibt.
Ja und auch im Spiel sieht es nicht besser aus. Manchmal ist
einfach zu viel los in Toledo. Alles besetzt. Aber wir sind ja nicht so, da gibts Stunk, wir versuchen einfach andere Kunden aus den Geschäften rauszuschmeissen, um Platz zu schaffen. Wir fordern also jemanden zum Duell auf. Nun werden 3 Karten aufgedeckt, die über den Sieg bestimmen. Wer gewinnt, darf shoppen, der Verlierer muss zum Ave Maria zurück auf die Kirchenbank. Der Ausgang des Duells ist reines Glück. Aber frei nach dem Motto: Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder Schmied hat Glück (H. Kerkeling), lässt sich da was machen. Eine Ausbildung beim Feschtmeister verbessert unsere Chancen.
einfach zu viel los in Toledo. Alles besetzt. Aber wir sind ja nicht so, da gibts Stunk, wir versuchen einfach andere Kunden aus den Geschäften rauszuschmeissen, um Platz zu schaffen. Wir fordern also jemanden zum Duell auf. Nun werden 3 Karten aufgedeckt, die über den Sieg bestimmen. Wer gewinnt, darf shoppen, der Verlierer muss zum Ave Maria zurück auf die Kirchenbank. Der Ausgang des Duells ist reines Glück. Aber frei nach dem Motto: Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder Schmied hat Glück (H. Kerkeling), lässt sich da was machen. Eine Ausbildung beim Feschtmeister verbessert unsere Chancen.Die Schwerter müssen nun noch nach Alcazar gebracht werden. Hat ein Spieler dort 3 Schwerter abgegeben, ist Ende im Gelände. Abrechnung. Schwerter in Alcazar zählen die aufgedruckte Punktzahl, alle anderen die Hälfte. Punkte gibt es außerdem für Bilder von El Greco und 1 Punkt immerhin noch für je 2 übriggebliebene Edelsteine. Das wars.
Aber wie wars? Einerseits ist der Kartenbewegungsmechanismus schön. Die Bewegung per gleiche Karten nett. Das Fechten bringt ein Zockerelement. Aber Toledo kann sehr verschieden verlaufen. Einmal je nach Spielerzahl. Zum anderen je nach dem wie es gerade läuft. Ziehe ich ca. 234 Karten und kriege trozdem keine passenden, verliere ich ständig, aber auch ständig beim Fechten und sind dann auch noch die wertvollen Schwerter vergeben, ist das arg frustrierend. Dann macht Toledo wirklich keinen Spaß. Dann ist der Frustfaktor wirklich zu groß. Irgendwann stelle ich dann fest - diese Partie ist schon verloren. Frust. Wenn sich so gar kein Erfolgserlebnis einstellt, wenn man trotz 3-facher Fechtausbildung ständig beim Fechten unterliegt. Neee, richtig blödes Spiel. Glück an allen Ecken und Kanten. Läuft es aber einigermassen ausgeglichen oder für uns gerade besonders gut, macht es Spaß. Toledo kann knapp ausgehen und spannend sein, aber auch voll öde weil schon bald feststeht, wer gewinnt. Mit 4 Spielern ist Toledo so voll wie Hamburg im Sommerschlussverkauf.
Da wird öfters mal zum Schwert gegriffen und es kann sogar schwierig werden, das fertige Schwert überhaupt die Straße rauf zum Alcazar zu bringen. Im 2 Personenspiel geht es friedlicher, ruhiger und entspannter zu. Jeder schmiedet mehr für sich. Die Spieldauer liegt gerade mal bei 30 Minuten oder auch weniger. Toledo spielt sich sehr unterschiedlich. Und je nachdem wie es läuft kann es Spaß machen, wenn es auch nicht ein Spitzentitel ist. Oder aber es ist einfach nur frustrierend und vergrault Mitspieler. Und obwohl Toledo sehr unterschiedlich verläuft, verläuft es irgendwie auch immer gleich. Es fängt damit an, das alle fleissig Geschäfte legen. Jedenfalls bei 3 und 4 Spielern. Denn genug Platz für alle Geschäfte gibt es nicht. Eigene Geschäfte ermöglichen ja nicht nur kostenloses Einkaufen, sondern bringen auch Einkommen in Form von Karten. Danach sammeln alle Karten, bis einige früh los laufen, während andere erstmal weiter Karten sammeln.
Da wird öfters mal zum Schwert gegriffen und es kann sogar schwierig werden, das fertige Schwert überhaupt die Straße rauf zum Alcazar zu bringen. Im 2 Personenspiel geht es friedlicher, ruhiger und entspannter zu. Jeder schmiedet mehr für sich. Die Spieldauer liegt gerade mal bei 30 Minuten oder auch weniger. Toledo spielt sich sehr unterschiedlich. Und je nachdem wie es läuft kann es Spaß machen, wenn es auch nicht ein Spitzentitel ist. Oder aber es ist einfach nur frustrierend und vergrault Mitspieler. Und obwohl Toledo sehr unterschiedlich verläuft, verläuft es irgendwie auch immer gleich. Es fängt damit an, das alle fleissig Geschäfte legen. Jedenfalls bei 3 und 4 Spielern. Denn genug Platz für alle Geschäfte gibt es nicht. Eigene Geschäfte ermöglichen ja nicht nur kostenloses Einkaufen, sondern bringen auch Einkommen in Form von Karten. Danach sammeln alle Karten, bis einige früh los laufen, während andere erstmal weiter Karten sammeln.Ich spiele Toledo gerne wieder mit. Aber ein Dauerbrenner ist es sicherlich nicht. Es hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Nett. Locker, flockig zu spielen. Aber da hatten Kosmos und auch Martin Wallace schon ganz andere Eisen im Feuer...
Wertung: 6 von 10
Toledo, Martin Wallace, Kosmos Verlag, 2 bis 4 Spieler, 2008
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