Endlich Urlaub! Raus aus dem verregneten Deutschland, rauf auf die Insel. Und wir gönnen uns natürlich einen exclusiven Urlaub. Wenn schon, denn schon. Endlose weisse Strände. Mit Palmen natürlich.
Türkisblaues Wasser schwappt in sanften Wellen
über die von exotischen Fischen bewohnten Riffe. Herrlich. Doch oh Schreck - da ist aber bei der Buchung im Reisebüro etwas schiefgegangen. Wir haben doch glatt vergessen, All-inklusive zu buchen. Nun müssen wir leider für alle Extras zahlen. Für den Drink in der Bar oder für ein Bad im Pool.......
Drei Stapel mit Karten liegen vor uns. Die jeweils oberen werden aufgedeckt und vor den Stapel gelegt. Dadurch werden die Rückseiten der nächsten Karten sichtbar. Wen interessieren schon die Kartenrückseiten? Uns. Jedenfalls in diesem Spiel. Auf den Kartenrückseiten sind immer 3 Symbole in verschiedenen Kombinationen abgebildet. Und diese bestimmen den Preis der offenliegenden Karten. Also die nächste Karte bestimmt immer der Preis der aktuellen Karte. Dies ist ein schöner Mechanismus.
Zu Beginn unseres Zuges können wir eine dieser Karten erwerben. Womit? Vor uns liegen Plättchen mit verschiedenen Abbildungen: Kokosnüsse, Blumen usw. . Je drei haben wir von jeder Sorte. Diese Plättchen drehe ich in der geforderten Anzahl um und bezahle so die Karte meiner Wahl.
Ich kann soviele Karten auf der Hand behalten, wie ich
möchte. Nur das nicht gespielte Karten bei Spielende Minuspunkte geben. Pro Zug kann ich beliebig viele Karten spielen. Diese zeigen Attraktionen, die uns Siegpunkte einbringen. Aber nicht viele. Richtig Punkte gibt es erst, wenn passende Multiplikatorkarten gespielt werden. Zu beachten sind bei einigen Karten Bedingungen, damit diese gespielt werden dürfen.
Ein Engpass ist auch sehr schnell unser „Geld". Also die Kokusnussplättchen usw.. Einen Zug müssen wir opfern, um sie wieder umzudrehen. Damit stehen sie dann wieder zur Verfügung.
Das Spielende ist absehbar, nämlich dann wenn die drei Kartenstapel leer sind. Und wie so immer gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten .
Das Material hat eine ordentliche Qualität, nur die Karten sind etwas dünn. Die Spielerfarben sind mit hellblau und dunkelblau etwas unglücklich gewählt. Wer bist du heute blau - oder blau? Aber das sind nicht wirklich störende Kleinigkeiten.
Beim Lesen der Spielregel kam Interesse auf und ich habe mich auf meine erste Partie gefreut. Der Eindruck nach der ersten Partie war dann allerdings: trocken wie Sand, zäh wie Gummi und spaßig wie Bügeln. Ich war geradezu entsetzt bei dem Gedanken daran, Summertime noch einige Male spielen zu müssen.
Mit wenig Motivation ging es dann an die zweite Partie. Und diese war dann erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht. Wir gingen zwar dazu über, erstmal eine größere Anzahl von Karten zu bunkern, statt sie zu spielen. Aber nur, um dann auf einen Schlag richtig zu punkten. Damit darf man allerdings nicht zu lange warten. Jede Karte gibt es nur ein paar Mal im Spiel und wenn ich für meinen Sonnenschirm keinen Strand habe, kann ich diesen nicht mehr legen. Die 5 Minuspunkte für übriggebliebene Karten tun weh. Also nicht zu viel riskieren. Und auch mal Karten ablegen, falls sich eine halbwegs nette Kombination ergibt. Auch das kann lustig sein. Ich lege eine gar nicht so tolle Kombination ab und mein Mitspieler bekommt Bauchweh. An dieser Stelle hatte er doch noch Pläne!
Sehr nett ist auch der Zahlungsmechanismus. Lieber wieder
früh umdrehen damit ich eine eventuelle Superkarte bezahlen kann? Aber das kostet einen ganzen Zug. Karten werden übrigens nur umgedreht, wenn alle drei Karten aus der Auslage verschwunden sind. Passen beide Spieler nacheinander, werden die gerade liegenden Karten aus dem Spiel genommen. Und das passiert so manches Mal. Ganz einfach, weil man nicht passend zahlen kann. Dabei hätte man doch noch so gerne diese oder jene Karte gekauft.
Das Ganze ist zwar immer noch etwas trocken und grüblerisch, macht aber schon erheblich mehr Spaß. So wurde Summertime von Partie zu Partie besser. Aber ein Lieblingsspiel ist es nicht geworden. Aber eines, das man gerne ab und an mal spielen kann.
Wertung Sarah: 6 von 10
Wertung Jens : 7 von 10
Summertime, Inka und Markus Brand, Kosmos, 2 Spieler, 2006
| < Zurück | Weiter > |
|---|






