Wenn wir heutzutage durch einen nahegelegenen Wald pirschen, dann passiert in der Regel nicht viel. Wir finden ein paar zerknüllte Taschentücher, vielleicht ein paar Pilze. Ein scheues Reh lässt sich vielleicht mal blicken während der Osterhase schon mal für seinen österlichen Auftritt probt.
In England allerdings, genauer gesagt in Nottingham, da waren die Zeiten auch mal anders. Da gab es mal Zeiten als es gar nicht mal eine allzu gute Idee war, mit seiner prächtig geschmückten Kutsche durch den Wald zu fahren. Böse Dinge warteten damals auf uns. Im Hinterhalt lauerten die finsteren, unrasierten Diebe auf uns. Äußerst unangenehm. Jedenfalls in echt. So als Kartenspielidee ist das doch gar nicht mal schlecht ein klein bißchen fies zu sein, oder?
Drei bis sieben Spieler begeben sich also auf die lautlosen Socken, um als Steuereintreiber des Sheriffs auf nicht ganz so legale Weise das Steuersäckl aufzufüllen. Egal, hauptsache wir bekommen anschliessend den ersehnten Posten als oberster Sheriffstellvertreter. Ob es damals schon einen schicken Stern gab? So wie heute jeder echte Karnevalssheriff einen hat?
Jedenfalls beginnt unser Steuereintreiberhilfssheriffsanwärterdasein
gar nicht mal so extrem spannend. Wir decken eine Karte vom Stapel auf. Prima. Diese zeigt nun einen Gegenstand. Wir können uns also bescheidenerweise mit diesem Gegenstand zufrieden geben indem wir ihn auf die Hand nehmen. Fertig. Aber wir können auch unsere fiese Seite raushängen lassen. Auf jeder Karte ist eine Aktion abgebildet, die wir ausführen können. Das nennt sich dann Kauf, Diebstahl, Hinterhalt, Raub, Überfall, Abwehr und Tauschhandel. Allerdings läuft das nun in fast allen Fällen auf ganz ähnliche Aktionen hinaus. Wir geben diese Karte ab und bekommen dafür eine andere von einem der Mitspieler. Mal können wir sie aussuchen, mal nicht. So geht das reihum, Runde für Runde.
gar nicht mal so extrem spannend. Wir decken eine Karte vom Stapel auf. Prima. Diese zeigt nun einen Gegenstand. Wir können uns also bescheidenerweise mit diesem Gegenstand zufrieden geben indem wir ihn auf die Hand nehmen. Fertig. Aber wir können auch unsere fiese Seite raushängen lassen. Auf jeder Karte ist eine Aktion abgebildet, die wir ausführen können. Das nennt sich dann Kauf, Diebstahl, Hinterhalt, Raub, Überfall, Abwehr und Tauschhandel. Allerdings läuft das nun in fast allen Fällen auf ganz ähnliche Aktionen hinaus. Wir geben diese Karte ab und bekommen dafür eine andere von einem der Mitspieler. Mal können wir sie aussuchen, mal nicht. So geht das reihum, Runde für Runde.Aber damit uns nicht irgendwann die Karten aus der Hand fallen, weil wir sie nicht mehr halten können, gibt es noch jedesmal im eigenen Zug die Möglichkeit Siegpunkte einzukassieren, die Steuern. Dazu legen wir entweder mehrere, mindestens drei, Karten mit dem gleichen Gegenstand ab und kassieren eine davon als Lohn. Oder wir erfüllen Aufgabenkarten, die in der Tischmitte liegen. Dort sind beispielsweise mehrere Paare oder 7 verschiedene Gegenstände gefordert. Die Aufgabenkarten bringen wiederum Siegpunkte.
Für ein paar Karten ist aber die Spieleschachtel zu groß? Richtig. Es liegt auch noch ein kleines Spielbrett bei. Dort wandert gar munter durch den Wald der Sheriff. Und zwar immer dann wenn ein Spieler Karten gegen Siegpunkte eintauscht. Ist ein Spieler dann ärmer an Handkarten als die Zahl auf dem Feld des Sheriffs anzeigt, gibt es ein Trostpflaster, eine Extrakarte. Der Sheriff ist ja nun eine äußerst wichtige Amts- und Respektsperson. Von daher hat er auch was zu sagen. Ist er einmal durch den Wald gewandert, sagt er - Spiel zu Ende. Alternativ ist das Spiel allerdings auch zu Ende, wenn die Aufgabenkarten alle erfüllt sind.Und was soll ich sagen? Jedesmal war die Freude groß,
wenn das Ende da war. Meine Testgruppen und ich waren nicht wirklich angetan. Das Spiel ist wirklich eher wie ein zerknülltes Papiertaschentuch im Wald, so aufregend, als ein spannendes Abenteuer in einer Kutsche. Die Fülle der Aktionsmöglichkeiten gaukelt Spannung und Abwechslung vor. Aber im Grunde ist es wirklich sehr simpel. Eine Karte aufdecken und nehmen oder auf eine wie-auch-immer-Art gegen eine andere eintauschen, vielleicht ein paar Siegpunkte, fertig. Es ist aus dem Bauch spielbar, der Glücksfaktor ist relativ hoch. Aber so gespielt gefällt mir Nottingham noch am Besten. Man kann auch versuchen sich zu merken wer welche Karten hat und dann deutlich taktischer spielen, aber dann dauern die Züge noch länger weil jeder überlegt wer nochmal welche Karte hatte. Die Spieldauer, die mit 30 Minuten angegeben ist, wurde bei uns sowieso deutlich überschritten. Für 20 Minuten wäre es ja noch okay, aber so? Eher nicht. Es war uns irgendwann egal wer gewinnt, wenn es denn nur vorbei ist, damit wir lieber zum 119. Mal Bohnanza spielen können. Nottingham ist spröde, ohne Charme und wird bestimmt schon bald vergessen sein.
wenn das Ende da war. Meine Testgruppen und ich waren nicht wirklich angetan. Das Spiel ist wirklich eher wie ein zerknülltes Papiertaschentuch im Wald, so aufregend, als ein spannendes Abenteuer in einer Kutsche. Die Fülle der Aktionsmöglichkeiten gaukelt Spannung und Abwechslung vor. Aber im Grunde ist es wirklich sehr simpel. Eine Karte aufdecken und nehmen oder auf eine wie-auch-immer-Art gegen eine andere eintauschen, vielleicht ein paar Siegpunkte, fertig. Es ist aus dem Bauch spielbar, der Glücksfaktor ist relativ hoch. Aber so gespielt gefällt mir Nottingham noch am Besten. Man kann auch versuchen sich zu merken wer welche Karten hat und dann deutlich taktischer spielen, aber dann dauern die Züge noch länger weil jeder überlegt wer nochmal welche Karte hatte. Die Spieldauer, die mit 30 Minuten angegeben ist, wurde bei uns sowieso deutlich überschritten. Für 20 Minuten wäre es ja noch okay, aber so? Eher nicht. Es war uns irgendwann egal wer gewinnt, wenn es denn nur vorbei ist, damit wir lieber zum 119. Mal Bohnanza spielen können. Nottingham ist spröde, ohne Charme und wird bestimmt schon bald vergessen sein. Wertung: 4 von 10
Nottingham, Uwe Rosenberg, Abacus Spiele, 3-7 Spieler, 30 Minuten und mehr, 2006
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