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Metro

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MetroEin wirklich schönes Thema. Und eine wirklich tolle Schachtelgrafik. Die Rede ist von Metro von Dirk Henn. Die Spieler errichten um 1898 die Pariser Metro. Jugendstil! Details davon finden wir auf dem Spielmaterial wieder, das insgesamt aber eher nüchtern gehalten ist. Aber das ist auch ganz gut so, es fällt schon so schwer genug den Überblick zu behalten.

Angetan von dem Thema, habe ich mich erstmal etwas informiert. Die Pariser Metro ist die viertälteste U-Bahn Europas. Am 19.07.1900 wurde die erste Linie eröffnet. Das Pariser U-Bahn-Netz verfügt über eine Gesamtlänge von 212,5 km und gehört damit zu einem der größten der Welt. Aber das, was mir wirklich gut gefällt, auch wenn ich sie immer nur auf Fotos gesehen habe, sind die berühmten Eingänge,  die aus verflochtenen Eisenstäben von Hector Guimand im Jugendstil gestaltet wurden. Einfach nur schön, warum kann nicht jede Stadt wenigstens so schicke Bushaltestellen haben? Nun ja, auf alle Fälle haben wir was für unsere Bildung getan, jetzt dürfen wir spielen...

Jens und ich legen den Spielplan auf den Tisch.Metro Der Spielplan zeigt 60 Felder, auf die wir Plättchen mit Schienenabschnitten plazieren können. Außerdem U-Bahnhöfe, die den Spielern zugeordnet sind, und in der Mitte des Plans noch einmal 4 Bahnhöfe. Zu Zweit spielen nur die Farben gelb und blau mit. Wir nehmen uns die entsprechenden Übersichtskarten und verteilen, wie dort angegeben, unsere hölzernen Metrowagons auf die Haltestationen. Diese haben Namen wie Port-Royal, Pasteur, Belleville, Place de Clichy,  Charles-De-Gaulles und Pigalle. Also Namen von echten Pariser U-Bahn-Stationen. Nicht ganz so realistisch ist allerdings das Netz, das wir bauen werden. Und das ist gut so, sonst würde wahrscheinlich niemand in Paris freiwillig mit der U-Bahn fahren, aber dazu später mehr.

Der Spielablauf ist sehr einfach. Kärtchen nehmen, legen und nachziehen. Die Kärtchen müssen an den Rand oder an ein bereits liegendes Kärtchen gelegt werden. Jens fängt an und zieht ein Kärtchen. Seine Legemöglichkeiten sind durch einen Pfeil auf dem Kärtchen etwas eingeschränkt. Und das ist gut so. Es gibt einfach sehr viele Möglichkeiten und ein Grübler wie Jens würde sonst noch länger für seinen Zug brauchen, als es ohnehin schon der Fall ist. Jens spielt natürlich mit Gelb.

MetroEr plaziert sein Kärtchen recht flott, noch ist der MetroPlan leer, es gibt noch nicht soviel zu überlegen. Also spielen wir erstmal eine Weile ziemlich ruhig und recht zügig. Wir beide spielen eher jeder für sich, versuchen unsere Strecken möglichst lang zu bauen. Ach ja, genau, das hatte ich noch nicht erwähnt. Je länger eine Strecke, desto mehr Punkte gibt es. Für jeden Streckenabschnitt 1 Punkt. Endet die Strecke an einem der 4 Bahnhöfe in der Mitte des Plans, verdoppelt sich dieser Wert. Es gibt auch die Möglichkeit eher interaktiv und vor allen destruktiv und agressiv zu spielen. Dies geschieht, falls die Spieler versuchen, dem Mitspieler jede Strecke gnadenlos abzuschneiden, egal was da kommt. Man kann Metro so agressiv spielen, das man sich nur noch auf das Blockieren des Mitspielers konzentriert und den eigenen Streckenbau vernachlässigt. Kann man machen. Man kann so sogar gewinnen. Aber Spass macht mir Metro dann nicht.

Ich bevorzuge es, mich möglichst auf meinen Streckenbau zu konzentrieren. Außer ich habe, wie jetzt gerade ein Kärtchen in der Hand, das ich für mich nicht sinnvoll nutzen kann. Das lege ich dann doch so, das es Jens Strecke möglichst nach 2 Schienenkärtchen abschließt. Dann wird die gerade abgeschlossene Strecke gewertet. Jens ärgert sich, hatte er doch noch Pläne für diese Linie. Aber was soll's. Er liegt weit vorne. Da juckt ihn meine Aktion nicht wirklich.

Metro liegt mir nicht. Es macht mir Spaß, aber ich bin nicht gerade Metrogut. Auch diesmal liege ich weit hinten auf der Siegpunktleiste. Man muss schon einen Blick haben für die vielfältigen Möglichkeiten, die dieses wahnsinnig verknotete und verworrene U-Bahn-Netz mit sich bringt. Wie gesagt, das würde kein Pariser Fahrgast mitmachen. Ist ja schließlich keine Achterbahn. Da geht es vor, in eine Kurve, wieder zurück, dann nach links, einfach extremst verworren. Sieht aber hinterher nett aus, der Spielplan.

Aber als der Plan voller wird, habe ich dann doch 2 wahnsinnig punktschwere Linien geschaffen. Die eine aber eher unbewusst durch Zufall. Jens staunt Bauklötze. Da grübelt er und grübelt er und dann optimiert er und dann sowas. Und genau dieses Grübeln geht mir manchmal auf den Keks. Ich will doch auch mal wieder dran sein. Vielleicht sollte ich eine Sanduhr für Metro besorgen.

MetroDas Spiel nähert sich dem Ende und ich habe mittlerweile die Führung übernommen. Da staune ich selber. Da war ich besser, als ich dachte. Jens zieht das letzte Kärtchen. Er muss es nun so legen, das ich für eine meiner Linien nur 1 Punkt bekomme. Das ist normalerweise nicht erlaubt. Nur jetzt, zum Spielende, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Aber das macht nichts. Gewonnen habe ich!

Zu Zweit spiele ich Metro gerne. Zwar nicht ständig, aber ab und an. Zu Dritt und zu Viert, wird es etwas weniger taktisch und die Wartezeiten zwischen den Zügen sind natürlich länger. Zu Fünft und zu Sechst habe ich es nie gespielt und habe auch kein Verlangen, dies auszuprobieren. Insgesamt ist Metro ein schönes Spiel mit einem schönen Thema, das mir zu Zweit am Besten gefällt.

Wertung: 7 von 10

Metro, Dirk Henn, Queen Games, 2 - 6 Spieler
 
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