Linie 1 hat mittlerweile ein paar Jahre auf dem Buckel. 1995 ist es bei Goldsieber erschienen. Kann Linie 1 mit den Spielen des aktuellen Jahrgangs noch mithalten?
Bei uns kommt Linie 1 nur noch selten auf den Tisch. Aber warum? Sind es mangelnde spielerische Qualitäten oder einfach nur die zu große Auswahl an weiteren Spielen im Regal?
Die Sonne scheint, Jens und ich wollen draußen ein Spiel spielen. Wir haben einen großen Gartentisch und entschliessen uns, uns Linie 1 mal wieder nach langer Zeit zu Gemüte zu führen. Die Erinnerungen an dieses Spiel sind positiv, mal sehen ob der Zahn der Zeit daran genagt hat..
In Linie 1 versuchen 2 bis 5 Spieler ein Straßenbahnnetz zu errichten. Dabei müssen die Endhaltestationen der Linie des Spielers, sowie je nach Spielerzahl 2 oder 3 Haltestellen, angefahren werden.
Wir legen also den Spielplan auf den Tisch, bekommen einige
Plättchen, um damit später die Liniennetze zu errichten und bekommen eine Linie und eine Strecke geheim zugelost. Ich bin lila - Linie 5, das soll Jens aber besser gar nicht wissen. Ich muss meine beiden Endhaltestellen verbinden und unterwegs die Haltestellen D, M und I anfahren. Wobei I für Ickea steht. Nein, kein Rechtschreibfehler, aber die Andeutung haben wir verstanden und es sind noch einige mehr auf dem Plan versteckt. Also werde ich mit Linie 5 beim Möbelhaus stoppen, um weitere Spieleregale anzuschaffen.....
Plättchen, um damit später die Liniennetze zu errichten und bekommen eine Linie und eine Strecke geheim zugelost. Ich bin lila - Linie 5, das soll Jens aber besser gar nicht wissen. Ich muss meine beiden Endhaltestellen verbinden und unterwegs die Haltestellen D, M und I anfahren. Wobei I für Ickea steht. Nein, kein Rechtschreibfehler, aber die Andeutung haben wir verstanden und es sind noch einige mehr auf dem Plan versteckt. Also werde ich mit Linie 5 beim Möbelhaus stoppen, um weitere Spieleregale anzuschaffen.....Jens beginnt das Spiel und positioniert ein Plättchen mit einer Geraden an der Haltestelle F - dem Fischmarkt. Nun stellt er dort ein kleines Plastikhaltestellenschild auf. Dieses signalisiert wo genau sich dort die Haltestelle befindet. Es gibt immerhin 4 verschiedene Möglichkeiten durch die Positionierung der Plättchen Haltestellen festzulegen. An jeder Haltestelle darf nur ein Haltestellenschild errichtet werden. Es ist also einerseits sinnvoll gleich zu Beginn "seine" Haltestellen zu markieren, um spätere Umwege zu vermeiden. (Wenn wir zum Beispiel einen kürzeren Weg nördlich entlang des Doms hätten, aber nun das Haltestellenschild von einem Mitspieler südlich plaziert wurde). Auf der anderen Seite sollte man seine Mitspieler möglichst lange über die eigene Linie und deren Haltestellen im Unklaren lassen. Sonst neigen die lieben Mitspieler dazu, uns extra in die Quere zu bauen und das tun sie schon unwissentlich genug. Jens zieht also ein Plättchen nach, um wieder 5 Plättchen im nächten Zug zur Auswahl zu haben.
Ich bin dran und fange an eine Gerade an Haltestelle I - Ickea zu Legen. Schon nach ein paar Spielzüegen fängt Jens an, mir unwissentlich ins Handwerk zu pfuschen. Sehr ärgerlich.
Zum Glück habe ich noch ein passendes Plättchen, um Jens Pfuscherei zu überbauen. Das darf ich nur wenn ich das liegende Plättchen mit einem komplexeren Plättchen überbaue, das alle ursprünglich vorhandenen Wege wieder aufweist. Nur Plättchen mit Bäumen dürfen nicht überbaut werden. Jens und ich kommen uns immer mehr in die Quere und es wird immer schwieriger, sein Ziel zu erreichen. Ich ahne mittlerweile, das Jens Gelb ist und fange an, ihm Schienen in den Weg zu bauen. Sein genervter Blick verrät mir, das ich wohl mit meiner Vermutung richtig liege. Ich habe früher schon meine Legoeisenbahn über alles geliebt, und so macht es mir auch jetzt noch Spaß, die Entstehung dieses Schienennetzes mit all seinen Verzweigungen zu verfolgen. Zwischendurch habe ich etwas Pech und ziehe lauter für mich unpassende Plättchen nach. Macht nichts, die verwende ich darauf, möglichst verschlungene, umständliche Wege für die gelber Linie 2 herzustellen. Das macht viel Spaß und ist äußerst unterhaltsam. Es kann verdammt schwer sein, noch einen halbwegs vernünftigen Weg für seine Linie zu finden. Dies ist schon bei 2 Spielern so. Bei 3 und 4 Spielern wird es richtig eng! Mit 5 Spielern habe ich Linie1 nicht gespielt.Bis hierher gefällt mir Linie sehr gut. Ich würde 8 Punkte vergeben. Aber nur bis hierher. Denn nun habe ich meine Linie fertiggestellt und decke meine geheime Strassenbahnfahreridentität auf. Ab dem nächsten Zug werde ich mit meiner kleinen lila Strassenbahn herumjuckeln. Die Strassenbahn bringt mich zu einem materialtechnischen Kritikpunkt. Die Strassenbahnen sind kleine Holzklötze, die mit einem Aufkleber versehen werden. Der Aufkleber klebt aber nicht wirklich fest. Das sieht dann fast aus wie im wirklichen Leben, wo die öffentlichen Verkehrsmittel ja meist auch recht mitgenommen aussehen.
Jedenfalls darf ich jetzt meine Strecke würfelnder Weise abfahren.
Und das ist nicht so toll. Das ist nur selten mal spannend. Diesmal ist es sehr langweilig. Jens hat 2 Züge später sein Netz fertiggestellt und würfelt auch. Aber ich habe schon zu viel Vorsprung. In dieser Partie, wie in anderen vorher, steht der Gewinner schon ein paar Runden vor Spielende fest. Das ist dann langweilig. Es ist auch schon mal vorgekommen, das Nachzügler eine supergeniale Strecke gebaut haben und dann doch noch während der Würfelei gewonnen haben, aber das war eher selten der Fall in meinen 13 Partien. Das Ende ist einfach irgendwie unschön. Es ist langweilig und will auch nicht zu dem Legespiel passen. Das führt bei mir zu einer Abwertung im Spielspaß.
Und das ist nicht so toll. Das ist nur selten mal spannend. Diesmal ist es sehr langweilig. Jens hat 2 Züge später sein Netz fertiggestellt und würfelt auch. Aber ich habe schon zu viel Vorsprung. In dieser Partie, wie in anderen vorher, steht der Gewinner schon ein paar Runden vor Spielende fest. Das ist dann langweilig. Es ist auch schon mal vorgekommen, das Nachzügler eine supergeniale Strecke gebaut haben und dann doch noch während der Würfelei gewonnen haben, aber das war eher selten der Fall in meinen 13 Partien. Das Ende ist einfach irgendwie unschön. Es ist langweilig und will auch nicht zu dem Legespiel passen. Das führt bei mir zu einer Abwertung im Spielspaß. Wertung Sarah: 6 von 10
Wertung Jens : 6 von 10
Linie 1, Stefan Dorra, Goldsieber, 2-5 Spieler
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