Das Erste was an Cartagena auffällt, ist die wirklich stimmungsvoll gestaltete Schachtel. Richtig tolle Piratenatmosphäre. Beim Öffnen derselbigen sieht es dann allerdings ziemlich nüchtern aus. Spielplanteile und Karten sind sehr schlicht gestaltet und wirken irgendwie "kindgerecht". Cartagena ist ein Spiel ab 8 Jahre, aber auch Erwachsene haben ihren Spaß an der Flucht aus der Festung...
Jeder Spieler führt eine sechsköpfige Piratenbande an, die versucht durch einen Tunnel zum rettenden Schiff zu kommen. Denn wir wollen fliehen aus der Festung Cartagena. Wasser und Brot haben wir satt. Also rauf aufs Schiff. Hat ein Piratenkapitän seine Mannschaft auf das Schiff bringen können, legt dieses ab. Das Spiel ist zu Ende, die siegreiche Mannschaft segelt der Abendsonne entgegen und alle Zurückgeliebenen - nun ja, die müssen halt sehen wo sie bleiben.
Das Spielbrett setzt sich aus einzelnen Tunnelelementen zusammen,
wodurch man sich nicht auf ein Brett einspielt. Also irgendwann herausfindet, wie die optimale Vorgehensweise ist. Die Tunnelteile zeigen Felder mit Symbolen, die den Symbolen auf den Karten entsprechen. Jede Karte zeigt ein Symbol. Die Karten dienen der Fortbewegung. Wir bewegen unsere holzbeinigen Spielfiguren indem wir Karten spielen. Für eine gespielte Karte, dürfen wir einen beliebiges Mitglied unserer Mannschaft auf das nächste freie Symbol auf dem Spielplan, das dem Kartensymbol entspricht, bewegen.
wodurch man sich nicht auf ein Brett einspielt. Also irgendwann herausfindet, wie die optimale Vorgehensweise ist. Die Tunnelteile zeigen Felder mit Symbolen, die den Symbolen auf den Karten entsprechen. Jede Karte zeigt ein Symbol. Die Karten dienen der Fortbewegung. Wir bewegen unsere holzbeinigen Spielfiguren indem wir Karten spielen. Für eine gespielte Karte, dürfen wir einen beliebiges Mitglied unserer Mannschaft auf das nächste freie Symbol auf dem Spielplan, das dem Kartensymbol entspricht, bewegen.Dummerweise sind wir aber zunächst mit nur 6 dieser Karten ausgestattet. Damit schafft es niemand auch nur in die Nähe des Schiffes. Also was machen? Kartennachschub ist gefragt. Karten bekommen wir, indem wir wieder ein Stück des Weges im Tunnel zurückgehen. Und zwar soweit, bis wir auf einen anderen Piraten, egal welcher Mannschaft, treffen. Es dürfen immer nur 3 Piraten auf einem Feld stehen, der Tunnel ist schließlich eng. Treffen wir auf dem nächsten Feld, das wir rückwärts gehen, mit Piraten, auf nur einen Piraten, bekommen wir eine Karte vom Nachziehstapel. Besser ist es, wenn wir auf 2 weiter Piraten treffen, dann gibt es 2 Karten als Nachschub.
Wir haben jedes Mal wenn wir an der Reihe sind 1-3 Aktionen, also Karte spielen oder rückwarts gehen, zur Verfügung. Passen dürfen wir aber auch. Die Karten halten wir verdeckt auf der Hand, es gibt aber auch eine Taktikvariante, in der mit offenen Karten gespielt wird. Das haben ich in meinen 38 Partien nur einmal ausprobiert und bin dann wieder zu der Glücksvariante zurückgekehrt. Was heisst überhaupt Glück? Klar, beim Kartennachziehen kann man Pech haben, aber ich behaupte, das Cartagena viel Raum für Taktik bietet. Vor allen Dingen in der 2 und 3 Personen Besetzung, die mir persönlich am Besten gefällt. Bei 4 und 5 Personen ist es etwas chaotischer. Aber auch das macht Spaß.
Was gibt es also zu Bedenken bei der Flucht aus Cartagena? Nun, zum Beispiel, wie ich mit meinen Karten haushalte. Horte ich viele Karten, komme ich zwar später schnell in Richtung Boot, warte ich aber zu lange, ist mein Abstand zu den restlichen Flüchtigen schon sehr gross. Das heisst es gibt viele leere Felder und ich verbrauche auch wieder viele Karten. Oder presche ich voran mit minimaler Handkartenbestückung? Das kann mich kurz vor dem Ziel verdursten lassen und ich habe durch die wenigen Handkarten auch beschränktere Möglichkeiten während meines Zuges. Dann die Wahl welcher meiner Piraten zum Kartensammeln zurück geht. Am Besten gehe ich so zurück, das ich auf 2 andere Piraten treffe, um 2 Handkarten zu kassieren. Dabei möchte ich auch vermeiden, das andere Spieler eine solche Chance haben. Dadurch mache ich manchmal Bewegungen, die nicht optimal sind. Ich möchte ja wirklich nicht meinen Mitpiraten in die Hand spielen. Das alles ist spannend und macht soviel Spaß, das Cartagena für mich ein echtes Highlight darstellt. Eigentlich spielt es sich ja sehr flott, doch manchmal muss man echt überlegen, welcher Zug am sinnvollsten ist. Und je häufiger ich es spiele, desto höher ist meine Gewinnquote. Also wer verliert kann dem Kartenpech die Schuld in die Schuhe schieben und der Gewinner kann seine hervorragende Taktik loben. Das Spiel ist knackig kurz und so bleibt Zeit für eine Revanche, falls ein Pirat beanstandet, das Kartenglück wäre ihm nicht hold gewesen. Ich habe Cartagena in Gruppen gespielt, die sonst nicht spielen und es war dort beliebt. Spitze!
Wertung Sarah: 10 von 10
Wertung Jens : 7 von 10
Cartagena, Leo Colovini, Winning Moves ,2000 , 2 - 5 Spieler
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