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Geschrieben von Sarah Kestering   

filou1Tiere sind schon was Schönes. Gut auf Schlangen, Spinnen und Aale könnte ich persönlich jetzt sehr gut verzichten, aber es gibt ja so richtig tolle Tiere. Die allertollsten Tiere sind definitiv Katzen. Lieb und schnuckelig und kuschelig und niedlich. Vor allen Dingen aber haaren sie frisch gewaschene Pullover voll, blähen uns mit voller Leibeskraft an oder sie wecken einen mitten in der Nacht durch blosses anatmen nach einer Portion Dosenfutter. Wie gesagt, Katzen sind super!

Wer Langeweile hat sollte mal folgendes ausprobieren. Und hierzu braucht man noch nicht einmal eine Mieze. Kauft Euch ein Katzenklo in Deluxeausführung mit Deckel und Klappe und setzt Euch damit in den Stadtbus. Bei 34 minütiger Fahrt werden Euch statistisch gesehen 3 Leute anquatschen und 4 weitere ihre Hälse verrenken, um ins Klo zu gucken. Diese Leute kennen nämlich anscheinend nicht den Unterschied zwischen einem Katzentransporter und einem Katzenklo. Ehrlich, ich habe es ausprobiert. Sehr lustig.

filou11Kurz gesagt: Ich liebe Miezekätzchen! Allein von daher war Filou für mich schon ein Pflichtkauf. In meinen Regalen stapeln sich Spiele mit Pferden, Autos, Ölbohrtürmen und Bohnen. Aber Katzen? Ein bisher sträflich vernachlässigtes Spielthema! In Filou bieten wir Spieler auf die sprichwörtliche Katze im Sack. So sind denn auch auf den Kartenrückseiten Säcke abgebildet, auf den Vorderseiten die Katzen. Naja, so ganz stimmt das nicht. Da ist ja auch ein rosa Kaninchen. Das ist dann allerdings auch exakt Null wert. Obwohl es knuffig ist. filou0Aber wir wollen in diesem Spiel nun mal Katzen ersteigern, da nützt dem Karnickel auch sein unwahrscheinlich intelligenter Blick nichts. Hunde gibt es auch noch. Einen filou12riesigen, zähnefletschenden, tätowierten Killerkampfhund. Der heisst Alf und ißt am liebsten Katzen mit Dillsauce zum Frühstück. Er sucht sich natürlich von allen vorhandenen Katzen immer die aus, die am meisten Punkte wert ist. Viel netter ist da Waldi. Ein bißchen doof vielleicht, aber ganz lieb, verscheucht er die kleinste Katze, also das Mistvieh. Da gibt es zum Beispiel die -5, die sieht aus, wie zu lange in der Waschmaschine geschleudert. Doch wehe wenn die Hunde losgelassen, sprich 2 Köter im Spiel sind. Dann gehen die WauWaus zusammen spielen und haben keinen Einfluß mehr auf das Spiel. In Wirklichkeit verspeist Alf den Waldi und rülpst anschließend laut, aber solche Grausamkeiten bedecken wir lieber durch nettere Formulierungen.

filou13Das Spiel beginnt mit den Mäusekarten. Denn in Wirklichkeit wollen wir Mäuse, sprich Geld. Der punktreichste Spieler gewinnt. Die Mäusekarten werden in die Tischmitte gelegt und mit Geld aus der Bank bestückt. Nun erhalten alle Spieler einen identischen Satz Karten, ja die mit den Katzen, Häschen und Hunden. Der Startspieler legt eine Karte seiner Wahl verdeckt vor die erste Mäusekarte, die anderen tun es ihm nach und legen eine Karte unter die folgenden Mäusekarten. Nun wird die erste Karte aufgedeckt. Ich bin gerade der Startspieler, die Runde kann beginnen. Es liegt eine Katze mitfilou14 dem Wert 5 offen. Ich biete nun auf alle Karten, die ausliegen, kenne bisher aber nur den Wert der ersten Karte. Wie gesagt, ich biete also auf die Katze im Sack. Ich biete mal eine Münze meines Startkapitals. Blau erhöht auf 5. Mutig, mutig. Rot erhöht auf 7. Schwarz steigt aus und bekommt nun 2 Geld (Mäuse), die auf der nächsten Mäusekarte liegt. Schwarz ist für diese Runde draußen. Die Katzenkarte unter der Mäusekarte wird aufgedeckt. Eine süße 11er Katze. Schwarz bereut es, ausgestiegen zu sein. Tja, Pech gehabt.  Ich bin vorsichtig, steige auch aus, wer weiss was da noch kommt. Ich  filou16bekomme 4 Geld und drehe die nächste Karte um. Der große Hund. Falls also alles so bleibt, frisst der große Hund die 11er Katze. Ich grinse, stolz auf meine weise Entscheidung. Blau bietet 8, Rot erhöht auf 9. Das wird nun auch Blau zu bunt. Blau nimmt sich 6 Geld und dreht die letzte Karte um. Eine Hasikarte. Rot muß nun seine gebotenen 9 Geld bezahlen und bekommt alle Karten. Alf frisst die 11er Katze, das Karnickel ist nur Null wert, es bleibt also die 5er Katze. Na herzlichen Glückwunsch, dafür darf Schwarz jetzt 9 Geld bezahlen.

 

 

filou10Es werden soviele Runden gespielt, bis alle Karten weg sind. Dann gewinnt filou15der Spieler, der die höchste Summe aus Katzen und Geld hat. Filou ist ein witziges, einfaches Bluff- und Zockerspiel. Wir wissen ja immerhin immer welche Karte wir gelegt haben und welche schon offen liegen. Und trotzdem, manchmal geht das ganze dermaßen in die Hose, das Gelächter und Schadenfreude nicht ausbleiben. Da bietet jemand 6 Geld und darf 3 Hasen und eine 5er Katze in seinen Sack stecken. Da meint man, die miese Katze wird gefressen und dann taucht noch ein Hund auf und alle Hoffnungen sind hinüber. Das sind die Momente, in denen man die ganze Fazination dieses kleinen Spiels spürt. Dazu kommen die toll illustrierten, großformatigen Karten. Super.

filou2Gefährlich ist es auch, zu früh sein ganzes Geld zu bieten, dann wird man gezwungen in den folgenden Runden früh auszusteigen zu müssen. Filou ist ein prima Spiel. Nur zu Dritt ist Filou schwächer. Ein Dummyspieler spielt mit und das Ganze ist dann mechanischer. Trotzdem ist Filou für mich eine absolute Empfehlung. Endlich mal wieder ein Absacker, der viel Spaß macht.

 

Wertung: 8 von 10 (zu Dritt 7)

 

Filou, Friedemann Friese, 2F Spiele, 3- 5 Spieler, 2007

 

 




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