Tiere sind schon
was Schönes. Gut auf Schlangen, Spinnen und Aale könnte ich persönlich jetzt
sehr gut verzichten, aber es gibt ja so richtig tolle Tiere. Die allertollsten
Tiere sind definitiv Katzen. Lieb und schnuckelig und kuschelig und niedlich.
Vor allen Dingen aber haaren sie frisch gewaschene Pullover voll, blähen uns mit voller Leibeskraft an oder sie wecken einen mitten
in der Nacht durch blosses anatmen nach einer Portion Dosenfutter.
Wie gesagt, Katzen sind super!
Wer Langeweile
hat sollte mal folgendes ausprobieren. Und hierzu braucht man noch nicht einmal
eine Mieze. Kauft Euch ein Katzenklo in Deluxeausführung mit Deckel und Klappe
und setzt Euch damit in den Stadtbus. Bei 34 minütiger Fahrt werden Euch
statistisch gesehen 3 Leute anquatschen und 4 weitere ihre Hälse verrenken, um
ins Klo zu gucken. Diese Leute kennen nämlich anscheinend nicht den Unterschied
zwischen einem Katzentransporter und einem Katzenklo. Ehrlich, ich habe es
ausprobiert. Sehr lustig.
Kurz gesagt: Ich
liebe Miezekätzchen! Allein von daher war Filou für mich schon ein Pflichtkauf.
In meinen Regalen stapeln sich Spiele mit Pferden, Autos, Ölbohrtürmen und
Bohnen. Aber Katzen? Ein bisher sträflich vernachlässigtes Spielthema! In Filou
bieten wir Spieler auf die sprichwörtliche Katze im Sack. So sind denn auch auf
den Kartenrückseiten Säcke abgebildet, auf den Vorderseiten die Katzen. Naja,
so ganz stimmt das nicht. Da ist ja auch ein rosa Kaninchen. Das ist dann
allerdings auch exakt Null wert. Obwohl es knuffig ist.
Aber wir wollen in
diesem Spiel nun mal Katzen ersteigern, da nützt dem Karnickel auch sein
unwahrscheinlich intelligenter Blick nichts. Hunde gibt es
auch noch. Einen
riesigen, zähnefletschenden, tätowierten Killerkampfhund. Der
heisst Alf und ißt am liebsten Katzen mit Dillsauce zum Frühstück. Er sucht
sich natürlich von allen vorhandenen Katzen immer die aus, die am meisten
Punkte wert ist. Viel netter ist da Waldi. Ein bißchen doof vielleicht, aber
ganz lieb, verscheucht er die kleinste Katze, also das Mistvieh. Da gibt es zum Beispiel die -5, die sieht aus, wie zu lange in der Waschmaschine geschleudert. Doch wehe
wenn die Hunde losgelassen, sprich 2 Köter im Spiel sind. Dann gehen die
WauWaus zusammen spielen und haben keinen Einfluß mehr auf das Spiel. In
Wirklichkeit verspeist Alf den Waldi und rülpst anschließend laut, aber solche
Grausamkeiten bedecken wir lieber durch nettere Formulierungen.
Das Spiel beginnt
mit den Mäusekarten. Denn in Wirklichkeit wollen wir Mäuse, sprich Geld. Der
punktreichste Spieler gewinnt. Die Mäusekarten
werden in die Tischmitte gelegt und mit Geld aus der Bank bestückt. Nun
erhalten alle Spieler einen identischen Satz Karten, ja die mit den Katzen,
Häschen und Hunden. Der Startspieler legt eine Karte seiner Wahl
verdeckt vor die erste Mäusekarte, die anderen tun es ihm nach und legen eine
Karte unter die folgenden Mäusekarten. Nun wird die erste Karte aufgedeckt. Ich
bin gerade der Startspieler, die Runde kann beginnen. Es liegt eine Katze mit
dem Wert 5 offen. Ich biete nun auf alle Karten, die ausliegen, kenne bisher
aber nur den Wert der ersten Karte. Wie gesagt, ich biete also auf die Katze im
Sack. Ich biete mal eine Münze meines Startkapitals. Blau erhöht auf 5. Mutig,
mutig. Rot erhöht auf 7. Schwarz steigt aus und bekommt nun 2 Geld (Mäuse), die
auf der nächsten Mäusekarte liegt. Schwarz ist für diese Runde draußen. Die
Katzenkarte unter der Mäusekarte wird aufgedeckt. Eine süße 11er Katze. Schwarz
bereut es, ausgestiegen zu sein. Tja, Pech gehabt. Ich bin
vorsichtig, steige auch aus, wer weiss was da noch kommt. Ich
bekomme 4 Geld und drehe die nächste Karte um. Der
große Hund. Falls also alles so bleibt, frisst der große Hund die 11er Katze.
Ich grinse, stolz auf meine weise Entscheidung. Blau bietet 8, Rot erhöht
auf 9. Das wird nun auch Blau zu bunt. Blau nimmt sich 6 Geld und dreht die
letzte Karte um. Eine Hasikarte. Rot muß nun seine gebotenen 9 Geld
bezahlen und bekommt alle Karten. Alf frisst die 11er Katze, das Karnickel
ist nur Null wert, es bleibt also die 5er Katze. Na herzlichen Glückwunsch, dafür
darf Schwarz jetzt 9 Geld bezahlen.
Es werden soviele
Runden gespielt, bis alle Karten weg sind. Dann gewinnt
der Spieler, der die
höchste Summe aus Katzen und Geld hat. Filou ist ein witziges, einfaches
Bluff- und Zockerspiel. Wir wissen ja immerhin immer welche Karte wir gelegt
haben und welche schon offen liegen. Und trotzdem, manchmal geht das ganze
dermaßen in die Hose, das Gelächter und Schadenfreude nicht ausbleiben.
Da bietet jemand 6 Geld und darf 3 Hasen und eine 5er Katze in seinen Sack stecken. Da meint man, die miese Katze wird gefressen und dann taucht noch ein Hund auf und alle Hoffnungen sind hinüber. Das sind die Momente, in denen man die ganze Fazination dieses kleinen Spiels spürt. Dazu kommen die toll illustrierten, großformatigen Karten. Super.
Gefährlich ist es auch, zu früh sein ganzes Geld zu bieten, dann wird man
gezwungen in den folgenden Runden früh auszusteigen zu müssen. Filou ist ein
prima Spiel. Nur zu Dritt ist Filou schwächer. Ein Dummyspieler spielt mit und
das Ganze ist dann mechanischer. Trotzdem ist Filou für mich eine absolute
Empfehlung. Endlich mal wieder ein Absacker, der viel Spaß macht.
Wertung: 8 von 10 (zu Dritt 7)
Filou, Friedemann Friese, 2F Spiele, 3- 5 Spieler, 2007
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